Notizen von überall erfassen: CLI, MCP und Schnellerfassung

Productivity

Das schwierigste Problem beim Notizenmachen ist nicht die Ordnung. Es sind die drei Sekunden zwischen einem Gedanken und einem Ort, an dem er landen kann. Verlierst du diese drei Sekunden oft genug, schreibst du irgendwann gar nichts mehr auf.

Notez geht das von sechs Seiten an.

1. Die CLI

Wenn du im Terminal lebst, ist das der schnellste Weg, den es gibt.

Bash
notez "postgres connection pool exhausted under load — check pgbouncer config"

Mehr ist es nicht. Die Notiz ist in deinem Workspace, bevor deine Hände die Tastatur verlassen.

Übergibst du stattdessen einen Dateipfad, lädt die CLI die Datei hoch:

Bash
notez ./architecture-diagram.png

Der Funktionsumfang ist bewusst winzig:

Befehl

Was er tut

notez "text"

Text als Notiz erfassen

notez ./file

Eine Datei hochladen

notez login

Dieses Terminal autorisieren

notez logout

Den gespeicherten CLI-Schlüssel vergessen

notez update

Die neueste Version installieren

Zwei Flags: --title setzt den Titel, und --json gibt die erstellte Notiz als JSON aus, praktisch, um sie an andere Tools weiterzureichen. Eingaben lassen sich auch hineinpipen, also funktioniert git log --oneline -10 | notez --title "Release commits".

Die CLI kann nur erfassen. Es gibt kein list, search, edit oder delete. Das ist Absicht: Sie ist ein kleines natives Binary, dessen einzige Aufgabe es ist, dich nie warten zu lassen. So installierst du sie unter macOS oder Linux (unter Windows führst du in PowerShell iwr -useb https://notez.dev/install.ps1 | iex aus):

Bash
curl -fsSL https://notez.dev/install.sh | sh

Führ danach auf jedem Rechner einmal notez login aus.

2. MCP – dein KI-Assistent schreibt in deine Notizen

Notez betreibt einen Server für das Model Context Protocol. Claude Code, Claude Desktop, Cursor und Windsurf sprechen deshalb direkt mit deinem Workspace.

Claude, Claude Code, ChatGPT und VS Code verbinden sich, indem du dich bei Notez anmeldest. Für Cursor, Windsurf oder ein Skript erzeugt der Eigentümer des Workspace einen Schlüssel unter Einstellungen → Integrationen → Notez-MCP-Server, und die Seite gibt dir einen fertigen Befehl zum Einfügen, in dem dein Endpunkt und dein Token schon stehen.

Mit einem Schlüssel bekommt dein Assistent 31 Tools: Er liest, durchsucht, erstellt, bearbeitet, verschiebt und taggt Notizen, benennt sie um, löscht sie (in den Papierkorb), stellt sie wieder her und lädt Dateien hoch. Die Anmeldung mit Lesen und Schreiben gibt ihm 32, zusätzlich list_workspaces; Nur lesen gibt ihm 14.

In der Praxis beendest du eine Debugging-Sitzung mit „schreib auf, was wir gerade herausgefunden haben, als Notiz mit dem Tag postgres“, und es ist erledigt, statt dass die Erkenntnis verfliegt, sobald du den Tab schließt.

Zwei Dinge solltest du wissen. Jeder MCP-Schlüssel ist an einen einzigen Workspace gebunden, ein Schlüssel für deinen Arbeits-Workspace sieht also deine privaten Notizen nicht. Eine Verbindung per Anmeldung erreicht dagegen jeden Workspace, in dem du Mitglied bist.

3. Einfach lostippen

Öffne die Web-App, klick nirgendwohin und fang einfach an zu tippen. Die Buchstaben landen direkt in der Suche, denn meistens suchst du etwas, das du schon geschrieben hast.

Stellt sich heraus, dass es nicht so ist, drück ↵. In der Vorschlagsliste ist standardmäßig Notiz „...“ erstellen markiert, also speichert Enter das Getippte als neue Notiz. Die Suche lief schon beim Tippen, und die Statuszeile über den Vorschlägen zeigt, was sie gefunden hat. ⌘↵ tut dasselbe ohne die Vorschläge. Jede Erfassung zeigt eine Toast-Meldung mit Rückgängig und Öffnen.

Das funktioniert auf jeder Seite der App außer in der Detailansicht einer Notiz und auf dem Anmeldebildschirm der CLI, wo Tippen offensichtlich etwas anderes bedeutet.

4. Aus der Zwischenablage

⌘V ohne fokussiertes Feld speichert deine Zwischenablage sofort als Notiz, ohne Dialog. Text wird zur Notiz, eine nackte URL zum Lesezeichen, und Dateien oder Bilder werden zu einer Notiz mit den Dateien als Anhang. Kopier irgendwo einen Screenshot, drück ⌘V, fertig; Rückgängig ist in der Toast-Meldung einen Klick entfernt.

Auch beim Schreiben fügst du Bilder direkt in den Editor ein; sie werden an Ort und Stelle hochgeladen und automatisch komprimiert.

5. URLs erfassen

Füg eine nackte URL als schnelle Notiz ein, und Notez erkennt sie und speichert sie als Lesezeichen-Notiz mit der URL statt als Textwand. Später lesen ohne zweite App.

Damit keine falschen Erwartungen entstehen: Von der Seite wird nichts abgerufen. Keine Vorschau, kein Favicon, kein Abruf des Titels, nur ein sauberer, privater Eintrag des Links. Und die URL braucht ihr Präfix https://, damit Notez sie als URL erkennt.

6. Schnellerfassung in der App

⌘E öffnet von überall eine neue Notiz. ⌘↵ speichert sie.

Auf einem Board tippst du mit Schnellerfassungskarten direkt in eine Spalte: ↵ speichert, ⇧↵ fügt eine neue Zeile ein, Esc bricht ab.

Woher kommt diese Notiz?

Weil es so viele Eingänge gibt, versieht Notez Notizen mit einem Badge, wenn sie nicht aus der App selbst kommen: aus der CLI, über MCP, über die API, aus dem KI-Chat, per Webhook, von einer URL oder aus einem Import. Das Erfassen über Telegram gibt es nicht mehr, aber die so gespeicherten Notizen behalten ihr Telegram-Badge.

Eine Kleinigkeit, die sich als wirklich nützlich erweist. Du merkst, dass deine besten Ideen um 23 Uhr über die CLI kommen oder dass alles, was über MCP hereinkommt, eine Aufräumrunde braucht. Reibung beim Erfassen bleibt unsichtbar, bis du sie sehen kannst.

Worum es geht

Für sich genommen ist keine dieser Funktionen beeindruckend. Zusammen sorgen sie dafür, dass die Antwort auf „Wohin damit?“ immer dieselbe ist: dorthin, wo du gerade bist. Ordnen kannst du später – mit Tags, Verschachtelung, Boards und Eigenschaften –, und zum Wiederfinden gibt es den KI-Chat und die hybride Suche.

Ohne Reibung muss nur der erste Schritt sein.

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